Die SEG im Quartier

Die SEG

Geschäftsstelle der SEG in der Bergmannstr. 5

Die Stadterneuerungsgesellschaft Gelsenkirchen mbH & Co. KG wurde Ende 2011 gegründet. Gegenstand des Unternehmens ist die städtebauliche Entwicklung in den Gelsenkirchener Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf. Dieser wird durch Maßnahmen der Wohnraumversorgung und der Wirtschaftsförderung umgesetzt. Dazu gehört der Erwerb, die Sanierung, Vermietung und Projektentwicklungen sowie Veräußerung von Immobilien innerhalb von Sanierungs- und Entwicklungsgebieten, insbesondere im Bereich Bochumer Straße.

Zudem soll durch städtebauliche Maßnahmen die Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld gesteigert werden. Die Umsetzung dieser Maßnahmen hat die Verbesserung der sozialen, kulturellen und ökonomischen Basis der Stadtteilbevölkerung zum Ziel.

Die Gesellschaft wird dort tätig, wo es zu städtebaulichen Fehlentwicklungen bzw. Sanierungsbedarf gekommen ist, der durch die am Markt agierenden privaten Investoren und Unternehmen nicht aufgegriffen und beseitigt wird. Die Gesellschaft soll durch ihr Engagement Anreize dafür schaffen, dass sich auch private Investoren in den Gelsenkirchener Sanierungsgebieten mit eigenen Projekten engagieren.

Gesellschafter
Stadt Gelsenkirchen mit 94,34 %
Gemeinnützige Gelsenkirchener Wohnungsbaugesellschaft (ggw) mit 4,39 %
Sparkasse Gelsenkirchen mit 1,27 % 

Aufsichtsratsvorsitzender
Stadtbaurat Martin Harter 

Geschäftsführerin
Helga Sander 

Geschäftsstelle
Bergmannstraße 5, 45886 Gelsenkirchen-Ückendorf
Tel. 0209 377836 40
Fax 0209 377836 39
Email: info@seg-gelsenkirchen.de

Wege zur Stadterneuerung an der Bochumer Straße

Bochumer Straße (c) Pedro Malinowski

Die SEG hat die Aufgabe, durch Eingriffe in den Immobilienmarkt – zunächst im Bereich der Bochumer Straße – Grundstücke zu aktivieren, flankiert durch Maßnahmen der Wohnraumversorgung und der Wirtschaftsförderung. Die SEG wird dort tätig, wo es zu städtebaulichen Fehlentwicklungen bzw. Sanierungsbedarf gekommen ist, der durch die am Markt agierenden privaten Investoren und Unternehmen nicht aufgegriffen und beseitigt wird. Letztlich soll sie durch ihr Engagement Anreize dafür schaffen, dass sich auch private Investoren in den Gelsenkirchener Sanierungsgebieten mit eigenen Projekten engagieren. Mittel für die Finanzierung werden im ersten Schritt über Erlöse aus dem Verkauf von Wohnbaugrundstücken, Am Rosenhügel und Am Buerschen Waldbogen, generiert.

Ausgangslage

Die SEG erprobt in Ückendorf erstmalig diese neue Strategie der Quartierserneuerung. Statt die Häuser und damit das ganze Quartier in einer sich beschleunigenden Abwärtsspirale seinem Schicksal zu überlassen, war der Stadterneuerung der Stadt Gelsenkirchen schon seit Längerem bewusst, dass sich die öffentliche Hand um einzelne Objekte so behutsam, aber auch entschlossen wie um einen Intensivpatienten kümmern müsse. Integrierte Handlungskonzepte und umfangreiche Maßnahmenpakete unterstützt durch Städtebaufördermittel brachten jedoch keine nachhaltigen Verbesserungen.

Deshalb hat sich die Stadt Gelsenkirchen entschieden, neue Finanzierungswege für die Quartiersentwicklung zu gehen. Dafür wurde, genehmigt durch das Land NRW, die neue Organisationsstruktur der SEG Stadterneuerungsgesellschaft Gelsenkirchen geschaffen. 

Den Handlungsrahmen steckt ein strategischer Masterplan ab, der anhand der Befunde vor Ort aufgestellt worden ist. Er definiert die Leitidee, wonach Impulse aus dem Kreativ.Quartier aufgegriffen und mit den Schwerpunkten Kultur, Wissenschaft und Bildung ausgebaut werden sollen. Eine Sanierungssatzung sichert die Durchsetzbarkeit von Maßnahmen ab. Die Stadterneuerungsgesellschaft stellt das innovative Herzstück des Erneuerungsprozesses dar und agiert vor Ort nach der Maxime des „opportunitätsorientierten Handelns“. Als sichtbares Zeichen hat die SEG ihre Büroräume im August 2016 an der Einmündung Bergmannstraße, mitten im Quartier bezogen. Auf dieser Basis hat die SEG bereits mehr als 20 Häuser an der Bochumer Straße angekauft, z. T. in zusammenhängenden Zeilen.

Die Erneuerung der Bochumer Straße schreitet bereits voran

Die Bochumer Straße war einst eine der belebten Prachtstraßen der Stadt. Das könnte sie wieder werden, aber in einem neuen vielfältigen Sinn, aufbauend auf bereits bestehenden Initialzündungen wie der privat initiierten Wiederbelebung der „Kutschenwerkstatt“ als Kulturtreff im Hinterhof der Bochumer Straße 130. 

Auf dem Weg dorthin hat die SEG seit 2016 eine ganze Reihe von Projekten in ihren Immobilien initiiert: 

So wurden in den Häusern der Bochumer Straße 94 bis 98 nach der Instandsetzung neben dem Ückendorfer Jugendtreff „Ücky“ und der mobilen Kita MOKI“ Wohnungen speziell für junges, kreatives Wohnen hergerichtet. Unter dem Namen Ninety6“ sind mittlerweile sämtliche zuvor leerstehende Wohnungen mit Studenten oder Auszubildenden bewohnt. Mit den jungen Menschen soll eine neue soziale Mischung zur Belebung des Quartiers einhergehen.Im hinteren Bereich dieser Häuserzeile wird ein ungenutzter Lagerraum zum Bewegungs- und Sportzentrum umgebaut.

Ein erster Treffpunkt für junge Kreative wird im Spätsommer 2018 eröffnet, das „Subversiv“ – der Raum für urbane Kunst und Kultur in der Bochumer Straße 138. In den umliegenden Gebäuden werden weitere Gastronomieangebote entstehen und gemeinsam den „kleinen Kiez“ bilden. 

Eine weitere Idee ist die Wiederbelebung des ehemaligen Hotels auf dem schmalen Eckgrundstück Bochumer Straße 99 als Boardinghouse für Übernachtungen im Quartier. Zwischennutzungen für Tagungen oder Veranstaltungen wie der „Marktplatz der guten Geschäfte“ verankern das Haus im Bewusstsein der Anwohner und Besucher, noch ehe der Umbau begonnen hat. 

Die Realisierung der sogenannten „Schaustelle“ mit Ausstellungscafé im ehemaligen Haus Reichstein“ in der Bochumer Straße 114 ist ein weiteres Projekt. Das Besondere: In der ehemaligen Kneipe, wird jetzt auf einer „lernenden“ Baustelle mit Ausstellung und Kursangeboten die modellhafte Sanierung von Gründerzeitimmobilien inszeniert. Unterstützt wird diese Maßnahme aus Mitteln der Städtebauförderung.