Erneuerung

Erneuerung im Kreativ.Quartier

Das Zentrum des Quartiers ist die Bochumer Straße, von den Medien vor einigen Jahren zur No-Go-Area erklärt, ein Straßenzug von ca. 800 m Länge – vielfach geprägt durch Leerstände, verfallene und unbewohnbare Häuser, hohe Bewohnerfluktuation, Zwangsversteigerungen und fragwürdige Vermietungskonzepte. Dabei finden sich hier ideale Standortbedingungen für ein innenstadtnahes, urbanes Stadtquartier, das Lebensraum für eine funktionale, bauliche und soziale Mischung, für Diversität und Kreativität schafft. Bedeutend hierfür sind insbesondere die größtenteils unter Denkmalschutz stehenden, ehemals prunkvollen Gründerzeitgebäude sowie die architektonisch herausragende Heilig-Kreuz-Kirche aus den 1920er-Jahren. Mit immobilienwirtschaftlichen Maßnahmen wie Ankauf, Sanierung, teilweise Abriss sowie Entwicklung und Beförderung neuer Nutzungen geht die SEG einen innovativen Weg in der Stadterneuerung.  

Das Gebiet umfasst ca. 16 ha Fläche mit ca. 300 Gebäuden, die sich fast ausschließlich in Einzeleigentum befinden. Hier leben Menschen aus ca. 35 Nationen, von denen viele auf Transferleistungen angewiesen sind. Die Leerstände wuchsen sowohl in den Wohnetagen als auch in den Geschäftsräumen der Erdgeschosszone. Damit einher ging die Verwahrlosung der Bausubstanz, wenn Eigentümern die Mittel und Möglichkeiten für Reparaturen fehlen, geschweige denn für Sanierung und Anpassung an heutige Wohnansprüche.

Chancen für ein lebendiges urbanes Quartier

Das Stadtquartier Bochumer Straße im Stadtteil Ückendorf erstreckt sich südlich des Gelsenkirchener Hauptbahnhofes. Die Straße verläuft in südöstlicher Richtung nach Wattenscheid. Entlang der Straße fährt die Straßenbahn Linie 302. Diese und die fußläufige Nähe zum Bahnhof bieten eine sehr gute Erschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Kernbereich jenseits der Abzweigung der Bergmannsstraße wird von dichten Häuserzeilen bestimmt, die zum großen Teil noch auf die Zeit um 1900 zurückgehen. Weiter südöstlich schließt die Bergmannssiedlung Flöz Dickebank an, eine der ältesten im Ruhrgebiet mit Baudaten ab 1868 und als Denkmalbereich eingetragen. Ein weiteres hochrangiges Baudenkmal und kultureller Mittelpunkt des Quartiers ist die frühere katholische Heilig-Kreuz-Kirche. Sie wurde im Stil des Backsteinexpressionismus nach Plänen von Josef Franke 1927-29 erbaut. Seit 2009 finden hier keine Messen mehr statt, weil der Kirche die Gemeinde abhandengekommen war. Stattdessen soll das von der Stadt Gelsenkirchen übernommene Bauwerk für kulturelle Veranstaltungen denkmalgerecht umgebaut werden. Darüber hinaus ist für eine große Anzahl der Wohn- und Geschäftshäuser mit ihren ehemals prächtigen Schmuckfassaden aus der sogenannten Gründerzeit der Denkmalwert erkannt. Insgesamt birgt das Quartier mit seiner von Denkmälern durchzogenen Bausubstanz gute Chancen für ein attraktives und urbanes Stadtquartier.