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Multifunktionshaus Heilig-Kreuz-Kirche

Viele wissen gar nicht, welches große Kleinod sich zwischen Bochumer Straße und Bergmannstraße versteckt: die Heilig-Kreuz-Kirche. 1927 von dem bekannten (Kirchen)Baumeister Josef Franke entworfen, ist sie ein Prunkstück des Backsteinexpressionismus im Ruhrgebiet. Alle, die sie besichtigen konnten, sind von der Architektur und der Farbgestaltung tief beeindruckt. Seit Januar 2019 entsteht hier ein außergewöhnlicher Veranstaltungsort, der gleichzeitig Raum für Projekte und Initiativen im Stadtteil ist.

1929 bis 2007: Heilig Kreuz als Gotteshaus

Über Jahrzehnte war hier ein religiöser Mittelpunkt von Ückendorf für bis zu 1.400 Gläubige. Als die Heilig-Kreuz-Kirche ab 2007 nicht mehr als Kirche genutzt werden sollte, weil sie der Katholische Kirche zu teuer wurde, stand sofort außer Frage, dass dieses großartige Gebäude durch eine neue Nutzung erhalten werden muss.

Konzept für ein Multifunktionshaus

Nach einer intensiven Beratungsphase entstand das Konzept eines Multifunktionshauses, das die Funktionen „Kultur- und Stadtteilveranstaltungen“ sowie „Kongress- und Veranstaltungszentrum“ ausfüllt. Damit kann dem Stadtteil wieder eine Mitte mit Außenwirkung gegeben werden, auf den sich die Bewohnerinnen und Bewohner beziehen und in dem sie sich wiederfinden können. Und mit dem Kongresszentrum ergeben sich Synergien mit dem Wissenschaftspark, dem ein großer Saal fehlt. Schließlich lässt der abendliche Zustrom von Veranstaltungsgästen wirtschaftliche Impulse für lokale Gastronomie und Geschäfte erhoffen. Basis für das Konzept war ein Entwurf des Essener Architekturbüros „Heinrich Böll“. Es löste erstmals das Problem, wie man in einer Kirche, die ja aus einem großen Raum besteht, denkmalgerecht jene Foyerräume abtrennen kann, die ein Veranstaltungszentrum zwingend braucht.

Umbau: Januar 2019 bis Ende 2020

Die Umbaupläne des Aachener Architekturbüros pbs Architekten sehen vor, dass im Inneren der Kirche unter größtmöglicher Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes ein ca. 400 Quadratmeter großer Veranstaltungsraum entsteht, der (abhängig von der Art der Bestuhlung) bis zu 700 Personen Platz gibt. In dem ebenfalls von Josef Franke als Ensemble entworfenen rechten Flügelbau werden weitere Räume entstehen, die Vereinen und Initiativen im Stadtteil Platz bieten. Im Erdgeschoss des Flügelbaus wird eine Gastronomie entstehen. Betrieben wird der neue Veranstaltungsort künftig von der Emschertainment GmbH. Der Veranstaltungsort soll nach dem Umbau im Jahr 2021 den Betrieb aufnehmen.

Finanzierung

Die Kosten des Projekt werden derzeit (Stand 2019) auf ca. 12,3 Mio. Euro geschätzt. Es sind allerdings noch nicht alle Gewerke vergeben. Das Umbauvorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Kurz vor dem Jahreswechsel 2016/2017 wurde durch die Bezirksregierung Münster der Förderbescheid in Höhe von rund 9,7 Millionen Euro übergeben.

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