C-Change Kick-Off

Sonniger Tagungsraum
(c)Sebastian Becker

Kultur gegen den Klimawandel

Am Halfmannshof stellt man sich die Frage: Welche Rolle kann Kultur in Kampf gegen den Klimawandel einnehmen? Ein Team aus Manchester präsentierte, wie ihre Antwort in der Praxis aussieht.

Besucher aus Nordengland

Am 31.07. fand am Halfmannshof in Gelsenkirchen der „C-Change - Arts and Culture Leading Climate Action in Cities" Workshop statt. Ein Team aus Manchester bestehend aus Claire B, Martine Tommis und Simon Curtis erklärte die Kernidee Städte, die innerhalb des Kultursektor erfolgreich gegen den Klimawandel arbeiten als Vorbilder zu nutzen. Erfolgreiche Praktiken sollen angepasst auf die eigenen Städte angewandt werden. Dabei ging der Blick nach Manchester - einem Best Practice Beispiel der Kulturarbeit gegen den Klimawandel.

 

Die Kunst bleibt unberührt

Nun mag sich der Gedanke aufdrängen, dass der Kunst und Kultur doch ihre Freiheit genommen würde, wenn sie so klar auf eine Programmatik hinarbeitet. Simon Curtis vom Royal Exchange Theater aus Manchester machte ganz deutlich, dass dies nicht der Fall ist. Vielmehr war es für ihn und das Theater ein neuer Blickwinkel, den sie eingenommen haben. Die Kunst und Kultur soll frei bleiben, dabei aber genau wie jeder Mensch individuell hinterfragen, ob es hier oder da nicht eine klimafreundliche Alternative gibt.

 

Licht aus im Theater!

Der Weg des Royal Exchange Theaters war dabei den eigenen Carbon Fußabdruck erst einmal festzustellen und dann zu untersuchen, wie er verringert werden könnte. Maßnahme Nummer 1 war die Veränderung der Beleuchtung. Man stellte bald fest, dass man das eigentliche Saallicht nicht ganztägig brauchte. Auch Bühnenbilder wurden interviewed: Gibt es dieses Material auch in einer umweltfreundlichen Alternative?

Hier hat Carola Kemme, Projektleitung der Urbanen Künste Ruhr, nicht nur genau hingehört, sondern auch genau nachgefragt. Konkrete Pläne, eine Materialsammlung zu beginnen, kamen hier auf den Tisch und wurden gemeinsam unter die Klima-Lupe genommen. So wurde der gute Vorsatz des Umweltbewusstseins direkt handfest.

 

 

Menschen sitzen an Bierbank
(c)Sebastian Becker

 

 

Klimahauptstadt2022: Klimawandel durch Kultur

Dass diese Konstellation an Kultur- und Umweltvertretern der Stadt und der freien Szene so zusammengekommen ist, das sei schon ein großer Erfolg bemerkte Dr. Volker Bandelow, Leiter des Referats Kultur, bereits nach einigen Stunden des Workshops. Hier präsentierten alle Vertreter in ca. 20-Minütigen Vorträgen ihren Standpunkt & ihre Expertise. Ganz natürlich schienen sich dadurch Brücken zu bilden. Wie schon 2010 als Kulturhauptstadt soll auch hier diese Anschlussfähigkeit als Stärke genutzt werden: Ganz im Sinne der Kulturhauptstadt Ruhr2010 ‘Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel’ wird die Klimahauptstadt Ruhr2022 den Klimawandel durch Kultur gestalten,“ schlussfolgert Kulturdezernentin Annette Berg.

 

Gelsenkirchen für das Ruhrgebiet

Wenn auch das Thema Klima in der Stadt Gelsenkirchen sicherlich kein neues ist, ist es doch dieser Handlungsansatz. Der direkte Kontakt und die Einbeziehung der Kulturschaffenden zeigt sich als Chance. Dieser soll im Rahmen des C-Change Programmes nachgegangen werden.

Die erste Projektphase ist derweil durch das Finden geeigneter Partner wie Gelsenkirchen abgeschlossen. Dabei sieht sich die Stadt hier vielmehr als „Gelsenkirchen für das Ruhrgebiet“ und möchte Akteure aus dem ganzen Region mit einbeziehen. Weitere Partner des „Urbact“-Projektes sind neben Manchester und Gelsenkirchen auch Wroclaw (Breslau), Mantua (Italien), Sibinek (Kroatien) und Agueda (Portugal).

 

Wie geht es weiter?

Das Projekt ist nun in die 2. Phase, die Dezember 2018 startete. Hier geht es darum, Strategien aus passenden Erfahrungen und Vorlagen anderer Städte zu betrachten und diese für die eigene Stadt zu adaptieren und eine lokale Gruppen zu gründen.

 

Weiterführende Links

C-Change ist Teil von Urbact - www.urbact.eu

Urbact FB: www.facebook.com/URBACT







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