Prolog

Ein Kreativquartier? In Ückendorf? An der Bochumer Straße? Da, wo jedes Kamerateam hinfährt, wenn es dem Fernsehvolk ein abgewracktes Ruhrgebiet vorführen will? Ja, geht’s noch?!?

Doch, geht! Und zwar so! Man braucht...

... Stadtstrukturen und Immobilien mit Eigentümern, die Freiräume, Entwicklungen, Experimente und natürlich auch deren Scheitern zulassen, eine prinzipiell gute Lage, Verkehrsanbindung und Zentralität im regionalen Stadtraum– mit anderen Worten, WIR sind die MITTE DES RUHRGEBIETS!
... auch eine besondere Atmosphäre – wechselvolle Tradition, in Stein geronnene Geschichten, Menschen mit unterschiedlichen und vor allem vielen Lebenserfahrungen – kurz: alles, was künstlerische Kreativität befruchtet. 
... ein Konzept, das konkreter sein muss als nur eine Vision oder gar eine Fantasie, eine daraus abgeleitete Strategie, die in der Lage ist, Ressourcen, Netzwerke, Perspektiven und Potenziale zielgerichtet zu bündeln, Partner, die finanzielle Ressourcen, Know-How und Netzwerke einbringen, zupackende Menschen in Politik, Verwaltung, Künstlerschaft und freier Szene, die aus gedanklichen Zielen fassbare Wirklichkeit werden lassen wollen.
 

Alles vorhanden! Und noch mehr, denn...

... das Kreativ.Quartier hat hier schon eine lange Geschichte!

Seit mehr als 10 Jahren siedeln sich Künstler, Kreative, kleine Unternehmen und große, international agierende Kulturinstitutionen hier an: der „Bund Gelsenkirchener Künstler“ eröffnete das „Domizil“ als eigenen Ausstellungsraum; die überregional bedeutsamen Fotoprojekte „Bildsprachen“ und „Pixelprojekt Ruhr“ verlegten ihre Geschäftsstelle ins Viertel und stellen nun regelmäßig in der Arkade des Wissenschaftsparks Fotokunst aus. Noch vielfach unentdeckt sind auf dem Gelände des Wissenschaftsparks angesiedelte, weltweit agierende Unternehmen der Design- und Filmbranche. Auch das Headquarter der Ruhrtriennale, der Urbanen Künste, des M:AIs oder auch der Stadtbaukultur NRW geben genauso Impulse ins Quartier wie junge Start Ups. Vor allem die Kreativen gründeten schließlich die „Galeriemeile Gelsenkirchen“ und veranstalten zweimal im Jahr ein „Wochenende der offenen Tür“.
 

Kreativ.Quartier Ückendorf = Bochumer Straße?

Nein, das Quartier ist genauso vielfältig wie seine Einwohner international sind. Das Gebiet zwischen der Bochumer Straße und der Bergmannstraße in Ückendorf bildet nur einen „Flügel“ jenes „Schmetterlings“ namens „Kreativ.Quartier Ückendorf“, dessen Korpus das neu genutzte ehemalige Zechen- und Stahlwerkgelände Rheinelbe ist und dessen anderer Flügel die traditionsreiche, jetzt umstrukturierte Künstlersiedlung Halfmannshof bildet.

 

Kreativ.Quartier Ückendorf goes Europe!

Das Kreativ.Quartier Ückendorf ist nun ein Teil des Landesprogramms „Kreativ.Quartiere Ruhr“ und somit kann es sich auch offiziell mit diesem Label schmücken. Gerade durch die spannenden Projekte führte das Quartier auf eine nationale und international Bühne:
Die Sparte Fotografie ist durch „Bildsprachen“ mit mehreren Fachmessen im Wissenschaftspark, mit stadtteilbezogenen Fotokunst-Projekten und mit open-air-Foto-Events präsent. Zusätzlich siedelten sich junge Modedesignerinnen an, die weitere Perspektiven eröffnen und damit an alte Gelsenkirchener Wirtschaftstraditionen anknüpfen.
Neue Künstler und Kreative haben den neuen Halfmannshof für sich erobert. Gelsenkirchen ist Teil einer Partnerschaft in dem EU-Projekt „Erasmus for Young Entrepreneurs“, die den Schwerpunkt auf Jungunternehmer in der Kreativwirtschaft setzt. Ein besonderes, frühes Highlight war „Bochumer Straße spricht“, bei dem im Mai 2014 ein Jahrgang der renommierten Amsterdamer Kunsthochschule „Gerrit-Rietveld-Academie“ in Ückendorf arbeitete. 47 Studierende aus 17 Ländern realisierten in und um leerstehende Ladenlokale 44 spannende Kunstprojekte – häufig Vorhaben, die nur mit der Einbindung der lokalen Bevölkerung gelingen konnten.

Ja, es wird auch gebaut!

Natürlich macht sich eine künstlerisch-kreativwirtschaftliche Zukunft auch an baulichen Leitprojekten fest. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Heilig-Kreuz-Kirche an der Bochumer Straße. Diese expressionistische Parabel-Kirche von Josef Franke ist ein architektonisches Kleinod aus den 1920er-Jahren, in fast unverändertem Zustand, von der katholischen Kirche aufgegeben. Eine neue Nutzung suchend, wo doch ein Abriss undenkbar ist. Zu groß und doch zu unteilbar.
Derzeit wird der Umbau zu einem Multifunktionshaus für bis zu 700 Personen baufachlich und konzeptionell vorbereitet: für Kongresse, Konzerte, Tagungen, Kabarett u.a.m – in enger Zusammenarbeit mit dem nahegelegenen Wissenschaftspark. Und natürlich auch als wesentlicher Impuls für die Attraktivität des Quartiers und zum Vorteil von Gastronomie und Geschäften.

... und wie es weitergeht?

Es ist nicht alles fertig im Kreativ.Quartier Ückendorf. Aber fast alles ist möglich!